Buchrezension Fake Off

Vor einiger Zeit sendete mir Anke Behrend ihren Roman Fake Off zur Rezension zu - ins Thema dieses Blogs passt er wunderbar herein. Anke Behrend erzählt in ihrer Geschichte Fake Off die Versuche der attraktiven und intelligenten Alex, die mit 40 endlich eine Beziehung möchte und im Internet auf die Suche geht. Die Single-Börsen ließ sie schnell links liegen - stattdessen wurde sie Mitglied in einer Community, in der sie Listen2Me kennen lernt.

Alex telefoniert mit Roman, der hinter Listen2Me steckt und glaubt endlich gefunden zu haben, wonach sie schon so lange suchte. Das erste Treffen läuft zwar etwas merkwürdig ab und auch Romans Marotten sind alles andere als alltäglich, aber Alex beschließt darüber hinweg zu sehen. Auch der schlechte Sex weiter…ist für sie kein Grund, einen Rückzieher zu machen. So geht die Geschichte mit Roman weiter. Die beiden telefonieren, schreiben sich Mails und Alex merkt immer mehr, dass Roman nicht ihren Vorstellungen entspricht. Dennoch schafft sie es nicht, sich von ihm zu lösen. Sie willigt sogar ein, das er sie besuchen kommt. Erst da wird ihr klar, dass diese Beziehung keine Zukunft hat und sie wirft ihn heraus. Ein Mann wie Roman kann so eine Demütigung nicht auf sich sitzen lassen und beginnt seinen ganz eigenen Rachefeldzug, der Alex sehr zusetzt.

Das Buch enthält viele Stellen, an denen man schmunzeln muss. Wer oft in Communities und Chats unterwegs ist, erkennt einige der Charaktere schnell wieder und wird seine ganz eigenen Erinnerungen daran haben. Alles in allem ist mir das aber etwas zu stereotyp. Die gängigen Vorurteile finden sich in dieser Geschichte bestätigt und auch wenn die Protagonistin Alex sympathisch herüber kommt, so fragt man sich doch die ganze Zeit, wieso eine intelligente Frau in ihrem Alter auf diese offensichtlichen Lügen etc. hereinfällt und sich verzweifelt an einen Menschen klammert, von dem sie genau weiß, dass er nicht der richtige für sie ist. Das ist ein Widerspruch in diesem Charakter, der nicht ganz passt.

Es waren wirklich einige Passagen drin, die toll geschrieben waren. Es gab aber auch einiges, was so gar nicht herein passte. Alles in allem hätte ich mir mehr Flirt-Erfahrungen gewünscht, die dann vielleicht erklärt hätten, warum Alex so verzweifelt an Roman festhält. Denn wer im Internet auf Partnersuche geht, erlebt ja wirklich so einiges.

Empfehlen kann ich das Buch trotzdem. Es lässt sich meist sehr flüssig lesen und zeigt auf, was so alles aus einem Flirt werden kann. Gerade als Bettlektüre eignet es sich aufgrund des Themas sehr gut.

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