Flirten unter Christen
In dem Beitrag Politische Dating-Plattformen kam schon einmal das Gespräch auf Single-Börsen, die eine bestimmte Ausrichtung haben. Jan wies mich dann in den Kommentaren darauf hin, dass anscheinend auch christliche Single-Börsen voll im Trend liegen. Grund genug, sich einmal näher mit dem Thema auseinander zu setzen!
Sucht man in Google nach dem Thema Christliche Singlebörse, tauchen immerhin über 44.000 Ergebnisse auf. Es scheint also wirklich nicht gerade die kleinste Nische zu sein. Schaut man sich dann die Dating-Plattformen genau an, sieht man gleich: Viele scheinen von privaten Personen ins Leben gerufen zu sein. Sie werden liebevoll gehegt und gepflegt - kommerzielle Angebote stechen gleich heraus und wecken nicht sehr viel Vertrauen. Und noch einige Gemeinsamkeiten sind mir bei den christlichen Flirtbörsen aufgefallen: Sie alle sprechen von einer Gemeinde, einem Miteinander, einem Ort, wo man sich gut aufgehoben fühlt. Es geht also nicht nur primär um die Flirts, sondern vor allem um den Austausch.
Die nächste Gemeinsamkeit lässt sich am Alter der Mitglieder erkennen. Der Großteil der angemeldeten Herren ist 40+, bei den Frauen sind allerdings auch jüngere Generationen vertreten. Finden Männer vielleicht später zur Religion als Frauen? Es scheint fast so. Was mir noch auffiel: Die Flirt-Communities sind meist recht überschaubar gehalten. Es gibt zwar einige Features, im Vordergrund steht jedoch die reine Kommunikation ohne viele Schnörkel. Und die scheint trotz der vergleichsweisen geringer Mitgliederzahl auch zu funktionieren.
Bei meiner Recherche zu dem Thema stieß ich außerdem noch auf einen Artikel in der Welt, der eine Single-Reise der ganz anderen Art beschreibt. Dort geht es um christliche Singles aus Deutschland und Österreich, die gemeinsam mit einem Bus zum heiligen Antonius von Padua pilgern. Dort beten sie für den richtigen Partner, die Liebe des Lebens. Und Bilder in der Kirche zeigen: Es hat bei einigen wohl funktioniert. Ein interessante Ansatz, wie ich finde. Vor allem deshalb, weil die Veranstalter hier wohl wirklich ehrlich arbeiten, denn es wird nicht versucht, die Singles auf Biegen und Brechen zu verkuppeln. Vielmehr möchte man ihnen nur die Gelegenheit bieten, im passenden Rahmen für eine Partnerschaft zu beten. Ob sich dabei vielleicht dann doch das eine oder andere ergibt, ist nicht bekannt.
Alles in allem sehe ich da einen interessanten Trend auf uns zukommen. Wobei ich aber auch befürchte, das viele Geschäftemacher diesen Trend ausnutzen werden und gutgläubigen Menschen das Geld aus der Tasche ziehen, ohne wirkliche Gegenleistungen zu bringen.
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