Passive Partnersuche? Anscheinend in Mode!
Ich treibe mich momentan als Flirtcoach in einer Single-Community herum und moderiere dort auch regelmäßig Themenchats. Gestern ging es beispielsweise um das Thema Flirtprofile - und dort gehen die Meinungen ziemlich weit auseinander. Während eigentlich jeder gern das Profil als Aufhänger für Nachrichten an den Single nutzt, will andersrum niemand wirklich ernsthaft ein solches Profil ausfüllen. Immer wieder kam die Entschuldigung: Es ist doch so schwer, sich selbst zu beschreiben. Klar, es ist nicht einfach - aber was ist schon einfach auf der Suche nach einer neuen Liebe?
Ein Chatter hatte beispielsweise nur ein Bild von sich im Profil und sparte sich jedes Wort. Auf die Frage, ob ihn denn die Profile der Frauen interessieren, meinte er: Ich guck mir nur die Bilder an. Klar, das ist eine Möglichkeit, wenn sie auch sehr oberflächlich ist. Ich frage mich nur, ob man an einem Bild erkennen kann, ob man vielleicht dieselben Interessen teilt, irgendwo Gemeinsamkeiten hat, auf die man aufbauen kann. Wohl eher nicht. Und somit dürfte das Aussehen einfach zu wenig sein, wenn man ernsthaft auf der Suche nach einer Beziehung ist. Außerdem bleibt man selbst auch sehr passiv, wenn man kein Profil zur Verfügung stellt. Man gibt nichts über sich preis und somit keine Anknüpfungspunkte für andere.
Aber es geht auch noch passiver. Durchstöbert man Profile in Single-Börsen, trifft man immer wieder auf Aussagen wie: Ich schau einfach mal, was hier so passiert oder auch Meldet euch, wenn ihr mehr über mich wissen wollt. Die Menschen suchen keinen Partner, sie wollen sich finden lassen - und beschweren sich häufig auch noch gern, wenn sich keiner bei ihnen meldet. Für mich ist das kein Wunder. Wenn ich etwas möchte, in diesem Fall eine Beziehung oder auch nur einen Flirt, muss ich etwas dafür tun. Ich muss offen sein, auf andere zugehen und ihnen gleichzeitig den Anreiz geben, auch einen Schritt auf mich zuzugehen. Mit einem passiven Verhalten wird das wohl eher nie was.
Bei beiden genannten Beispielen stelle ich mir immer wieder die Frage: Warum haben diese Menschen Accounts in Single-Communities? Das Scheitern ist doch hier schon vorprogrammiert.
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