Seitensprung: Ich habs getan!
Auch wenn man verheiratet ist oder in einer festen Partnerschaft lebt, ist man vor Ausrutschern nicht sicher. Ob mit Gefühlen oder ohne - ein Seitensprung wirbelt alles in einem Menschen auf. So beschreibt es zumindest Claudi (32) in ihrem Erfahrungsbericht:
“Ich weiß gar nicht mehr genau, warum ich mich bei der Website für Sexkontakte angemeldet habe. Ich redete mir ein, dass wäre nur zum Spaß, gab ein falsches Foto online und füllte das Profil irgendwie aus. Im Nachinein denke ich eher, es war der unbewusste Versuch, einfach aus dem Alltag auszubrechen. Ich wollte einen Seitensprung, konnte es mir nur nicht eingestehen. Ein paar Tage tat sich nicht viel aud der Website. Ich bekam Nachrichten, die mich aber nicht interessierten. Dann aber trat Harry in mein Leben. Er schrieb mir, ich ignorierte es. Doch er ließ nicht locker und als ich mir endlich mal sein Foto anschaute, war ich baff. Er war genau mein Typ. Groß, dunkelhaarig, schlank und mit einem Lächeln, dass mich sofort verzauberte. Also schrieb ich ihm zurück.
Was dann kam, war einfach nur verrückt. Wir tauschten Nachrichten im Minutentakt aus, kamen uns virtuell immer näher und ich fing schon an zu zittern, wenn ich nur an ihn dachte. Ziemlich schnell tauschten wir dann auch die Mail-Adressen und machten dort weiter, uns immer mehr und immer längere Nachrichten zu schreiben. Beide bauten wir viel Gefühl auf - und doch verheimlichte ich ihm, dass ich nicht wirklich das hübsche Girl auf dem Foto war, was er gesehen hat. Ich wollte einfach diesen Flirt genießen, auch wenn es schwierig war, ihn vor meinem Mann zu verstecken.
Als Harry mir dann seine Telefonnummer schickte, wartete ich nicht lange, sondern nutze die erste Gelegenheit, um ihn anzurufen. Aus einem Telefonat wurden dutzende und ich schaffte es noch immer, meinen Mann sowie auch Harry anzulügen. Das ist natürlich nichts, worauf ich stolz bin, aber es ist eine Tatsache. Harrys Stimme zu hören, wurde für mich das Highlight eines jeden Tages. Wir flüsterten uns verschämt, wie verliebte Teenager, Liebkosungen ins Ohr, unterhielten uns über Sorgen, Ängste, Träume und fühlten uns einfach sehr nah. Dann kam von ihm der immer dringendere Wunsch nach einem Treffen. Eine Zeit lang konnte ich ihn hinhalten, aber irgendwann stand der Termin und ich hatte einen großen Haufen Probleme vor mir.
Schweren Herzens schrieb ich Harry eine Mail, beichtete ihm meine Lügen, versicherte ihm jedoch die Echtheit meiner Gefühle. Ich rechnete fest damit, dass damit alles vorbei sein würde; einen Tag vor dem verabredeten Treffen. Doch ich täuschte mich. Harry rief mich an und wir redeten fast eine Stunde über alles. Er schien mich irgendwie zu verstehen und wollte noch immer nur ein: mich endlich treffen. Ein Alibi für meinen Mann war schnell gefunden und so fuhr ich am nächsten Tag zum vereinbarten Treffpunkt. Harry sah in natura noch viel besser aus, als ich dachte und schon die Begrüßung war überaus stürmisch. Wir knutschten fast 10 Minuten, bevor wir das erste Wort miteinander wechselten und es fühlte sich einfach richtig an, wenn mein Körper sich seinem entgegen drückte.
Auf einem langen Spaziergang in einem Park drückten wir uns immer wieder gegenseitig in Ecken und hinter Bäume, um uns zu küssen, den Körper des anderen unter den Klamotten zu ertasten. Ich war erregt, wie seit Ewigkeiten nicht mehr, konnte nur noch daran denken, Sex mit ihm zu haben. Wir steigerten unsere Lust über 3 Stunden ins Unermessliche, bis es zu einem Waldrand ging, wo es schließlich geschehen sollte. Die äußeren Umstände waren zwar nicht die besten, aber der Sex war gigantisch. Harry war wild und zärtlich zugleich, weckte Gefühle und Reaktionen in mir, die ich selbst nicht kannte.
Auf dem Weg nach Hause war ich vollkommen fertig. Meine Gefühle wühlten mich auf und ich zitterte am ganzen Körper. Noch während der Fahrt bekam ich einen letzten Anruf von Harry, den ich allerdings schnell beendete. Ich musste erst wieder zu mir selbst finden. Am nächsten Tag beendete Harry diese kurze Affäre per Mail - er wollte mir nicht noch mehr Probleme verschaffen. Zu dem Zeitpunkt war ich froh darüber. Der Sex mit ihm hatte etwas in mir verändert, ich fühlte mich besser, selbstbewusster und auch meine Ehe lief wieder besser.
Vorbei war es danach allerdings noch lange nicht. Es dauerte etwa ein halbes Jahr, bis wir wirklich voneinander loskamen. Diese Zeit hat mich fast fertig gemacht. Ich vermisste ihn, war traurig, wütend, betrübt, glücklich - alles auf einmal. Es waren wohl wirklich zu viele Gefühle im Spiel und die “Trennung” machte mir sehr zu schaffen. Irgendwann ging das dann vorbei, aber noch heute kommen die Gedanken an Harry und den Sex mit ihm vollkommen unvermutet in meinen Alltag und überrollen mich. Dann bin ich manchmal in Versuchung, alles wieder aufleben zu lassen, mich mit ihm zu treffen. Aber noch bleib ich stark, freue mich über die nette Erinnerung und wache nur hin und wieder aus einem Traum auf, in dem ich in seinen Armen lag.”
Vielen Dank an Claudi für dieses doch sehr intime Geständniss.
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